22 Oktober, 2005
Die Tisch-Manieren der Australier
Manieren sind ja so eine Sache. Jeder versteht etwas Anderes darunter, jeder ist anders aufgezogen worden und sie sind auch von Land zu Land verschieden.
So sind Manieren auch anders in Australien. Ich will gleich vorausschicken, dass unsere Tisch Manieren sicher nicht dem Elmayer Standard entsprechen, weil es mir herzlich egal ist, ob jemand mit der richtigen Gabel seine Vorspeise ist oder nicht, aber gewisse Standards dachte ich wären universell. Das ist aber nicht der Fall und so kam uns vor allem am Anfang so einiges ziemlich manierenlos vor.
Das ganze könnte ein Problem der englischen Sprache sein oder es ist halt ein Ausdruck der nicht vorhandenen englischen Manieren, das sich in der Sprache ausdrückt. Es gibt nämlich keinen geeigneten englischen Ausdruck für “Guten Appetit” oder für das gut alt österreichische “Mahlzeit”.
Der Ausdruck, der einem Guten Apptetit am nähersten kommen würde, ist “Enjoy your meal” oder kurz “Enjoy”. Das habe ich aber von echten Australiern, sprich nicht Eingewanderten wie meinen Bruder, noch nicht gehört. Ebenso wurde mir gesagt, verwenden manche das französische “Bon Appetit”, aber das hab ich schon gar nicht gehört.
Das hat zur Folge, dass sobald das Essen am Tisch steht, jeder einfach zum Essen anfängt. Man wartet auch nicht wirklich, bis alle ihr Essen vor sich haben, aber da will ich mal nicht so streng sein. Das man sein Besteck parallel auf den Teller legt, wenn man sein Essen beendet hat, ist auch noch nicht bis zu jedem Australier vorgedrungen.
Genauso ist es beim Anstoßen. Man stoßt nämlich nicht an. Man bekommt sein Getränk und trinkt einfach. Die Leute rund um uns herum, haben sich daran gewöhnt, dass wir vor dem ersten Schluck eines neuen Getränks anstoßen und “Cheers” sagen, und machen dabei auch brav mit, aber dass man sich dabei in die Augen schaut, ist ihnen einfach nicht beizubringen.
Jemand hat mal zu mir gesagt: Keine Manieren sind auch Manieren. Das mag wohl stimmen. Das Schlimme daran ist nur, dass man sich irgendwann daran gewöhnt hat und sich dann selber dabei ertappt, wie man ohne Muh und Mäh sein Essen in sich hineinschaufelt.
Australische Freundlichkeit
Dieses Mal möchte ich über die australische Freundlichkeit berichten. Für die Australier ist Freundlichkeit gegenüber Fremden etwas Selbstverständliches. Vielleicht fällt es uns als Österreicher, die an das Wiener “Grantltum” gewohnt sind, deshalb so auf.
Es ist uns noch kein einziges Mal passiert, dass ein Verkäufer oder Beamter oder sonst wer, unfreundlich war. Vielleicht sind nicht alle top motiviert, aber nie unfreundlich. Naja, einzige Ausnahme war ein Türlsteher in einem Nachtclub, aber Türlsteher sind wohl auf der ganzen Welt ein eigener Schlag und nicht als die Regel zu sehen.
Es hat auch noch jeder versucht unser sicher nicht als perfekt anzusehendes Englisch zu verstehen und uns zu helfen. Keiner hat uns das Gefühl gegeben, dass unser ausländisches Gestammel zu mühsam für ihn ist.
Fasziniert hat uns auch, dass Verkäufer in einem Geschäft überhaupt kein Problem damit haben, wenn sie ein Produkt nicht haben, das du suchst, dich mit genauen Wegplan in ein anderes - konkurrierendes - Geschäft zu schicken, von dem sie glauben, dass diese das gesuchte Stück verkaufen. Glaubst Du, dass in Österreich, dich ein Mitarbeiter, sagen wir mal vom Niedermayer, zum Saturn schickt, dir sogar einen Anfahrtsplan aufzeichnet, nur weil er das Headset nicht hat, das du möchtest??
Ist es dir in Wien schon mal passiert, dass du an einer Polizistin vorbeigegangen bist, du sie angelächelt hast und sie hat zurück gelächelt??
Am Anfang hat mich es ein bisschen irritiert, dass sich alle sofort entschuldigen, wenn sie dir im Weg stehen, sagen wir mal vor dem Kühlregal im Supermarkt. Sie entschuldigen sich sogar, wenn du ihnen im Weg stehst!
Bus fahren ist auch eine sehr freundliche Sache. Der Busfahrer grüßt einen freundlich und jeder sagt “Thank you” und “Bye”, wenn sie aus dem Bus aussteigen. Am Anfang sind wir ja öfters mit dem Bus gefahren und an einem Abend ist der Busfahrer nicht bei der Busstation stehen geblieben, sondern näher zu der Straße, wo wir hin wollten, damit wir nicht so weit gehen müssen! Ich bin ja als Schülerin acht Jahre mit dem Bus gefahren, aber so was ist mir noch nie passiert.
Sehr freundlich sind auch die Mitarbeiter der Schnellbahn. Obwohl wir zuwenig für’s Ticket bezahlt haben, hat uns der Kontrolleur nur freundlich darauf hingewiesen, dass wir nach Fremantle 4 Zonen und nicht 1 Zone bezahlen müssen und dass wir das bei der Retourfahrt berücksichtigen sollen. Also, ich weiss ja nicht, ob Wiener Tramway Kontrolleure so nett mit (anscheinenden) Touristen umgehen.
Ich könnte ja noch mehr Beispiele der australischen Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft aufzählen (über meine Rettung in der Not, als mir das Benzin ausgegangen ist, habe ich ja schon erzählt), aber es kommt immer auf dasselbe hinaus.
Die Aussies sind einfach von sich aus überaus freundlich und sie müssen sich offenbar gar nicht dazu anstrengen. Wir können nur sagen, die Österreicher könnten sich da ein großes Scheibchen abschneiden!
18 Oktober, 2005
In welche Richtung dreht sich das Wasser - Teil 2
Wie schon in unserem ersten Bericht Coriolis Effekt in Australien geschildert, ist es uns leider nicht möglich herauszufinden, in welche Richtung nun das Wasser in Australien den Abfluss abfliesst. Bei uns hier in Perth (more...)
9 Oktober, 2005
Royal Perth Show 2005
Jedes Jahr findet in Perth im Frühling die sogenannte Royal Perth Show statt. Die Show dauert eine Woche und ist eine Mischung aus Vergnügungspark, Erntedankfest, Viehausstellung, Krimskrams Messe und noch so allerhand.
Diese Veranstaltung findet auf den Claremont Showgrounds statt. Das ist ein ziemlich großes Gelände mit einer Art Arena in der Mitte. Man kann direkt mit dem Zug hinfahren, der nur bei Veranstaltungen bei dieser Station stehen bleibt. Am Gelände selber gibt es Messehallen, irrsinnig viele Standln und sogar einen eigenen Sessellift, der von einem Ende des Geländes zum anderen Ende führt.
Die Royal Perth Show ist nicht im eigentlichen Sinne eine Show, sondern ist eher wie eine Messe. Es werden Hunde, Hühner, Katzen, Pferde, Ochsen, Kühe und vermutlich noch allerhand anderes Getier prämiert. Es werden Modeschauen von Designer aus Westaustralien gezeigt. Man kann sich in einem Streichelzoo Tiere anschauen - kleine Emus sind schon entzückend!
Es gibt jedes Jahr eine Austelllung über ein anderes Land. Letztes Jahr war es Italien, dieses Jahr Malaysien. Dann gibt es zwei Messehallen, bei denen man von Grillern, über Poolreinigern und Gemüsemesser, bis zu orignal westaustralischen Olivenölen alles kaufen kann, was das Herz so begehren könnte - oder auch nicht.
Eine Besonderheit der Royal Perth Show sind Standln mit sogenannten Show Bags. Show Bags sind Sackerl, die mit Süßigkeiten oder Spielzeug gefüllt werden. Bei den Standln sind hinter der Theke an der Wand die möglichen Inhalte ausgestellt, man sucht sich dann seine Lieblingssachen aus.
Zuerst haben wir das mit den Show Bags nicht so ganz kapiert, aber nachdem wirklich jeder mit einem oder mehreren Show Bags herum gelaufen ist, haben wir es auch probiert. Das ist ziemlich gefährlich, wenn man da mal reinkippt.
Es gibt von jeder Comicfigur ein Show Bag. Uns haben’s ja die mit den Winnie Pooh Sachen angetan. Aber nach längerem hin und her hat dann doch die Vernunft gesiegt. Wir sind halt doch ein bisschen zu alt für eine Winnie Pooh Tasche mit Stieften und Kämmen.
Es gibt aber auch Showbags für Erwachsene. Da sind dann Zeitschriften, Probeparfums, Probecremen, Deos, Rasierer, kleine Müslipackerl, Instantkaffeesäckchen, Frisbees, Kosmetiktascherl und noch so allerhand schön unnötiges Zeugs drinnen. Da wir am letzten Tag bei der Show waren, hat uns das Ganze Gott sei Dank nicht so viel gekostet. Man kann ganz süchtig auf diese Showbags werden!
Auf dem Gelände gibt es auch eine Art Prater mit Hochschaubahn, Riesenrad, Geisterbahn, Karussellen und mehr solcher Bahnen.
Ausserdem gibt es furchtbar viele Buden bei denen man Lose für Stofftiere kaufen kann. Das war schon fast unheimlich. Jeder zweite ist mit einem Riesenbären oder grellrosanen Einhorn herumspaziert. Ich nehme mal an, da der letzte Tag war, haben die die schirchen Stoffviecher los werden wollen.
Am Abend kann man dann in der Arena aufgemotzte Autos und Motorräder im Kreis fahren sehen. Teilweise sind das selber gebaute Vehikel mit mächtig viel PS unter der Haube. Dazwischen gibt es zur Auflockerung Darbietungen von kleinen Mädchen, die singen und tanzen. Um 21 Uhr gibt es dann das Abschlussfeuerwerk.
Im großen und ganzen ist die Royal Perth Show eine Mischung aus Donauinselfest und Haushaltsmesse mit ein bisschen Prater als Draufgabe. Wir haben es auf alle Fälle lustig gehabt!
Hier geht’s zur offiziellen Website der Royal Perth Show.
Pub Konzert in Dunsborough (6)
An unserem ersten Abend unseres Kurztrips in den Südwesten von Westaustralien haben uns die Besitzer unserer Pension von einem Konzert in Dunsborough erzählt. Im Pub des Ortes würde eine neuseeländische Band ein Konzert geben und einen Mix aus Reggae, Hip Hop und Rap spielen. Wir dachten an die deutsche Band Seeed und wollten uns daher das Konzert anschauen.
Das Pub, es gibt eh nur eines, war leicht zu finden. Der Eintritt war mit 30 Dollar recht happig, aber wir sind ja auf Urlaub. Das Pub ist ansich recht gross, da sie auch Billardtische haben. Und das Pub war gesteckt voll. Bedenkt man, dass Dunsborough nur 4000 Einwohner hat, haben uns die vielen Leute verwundert. Unsere Gastleute haben uns aber nachher erzählt, dass sehr viele Leute aus den umliegenden Ortschaften waren. Umliegend bedeutet, dass viele aus dem 40km entfernten Margaret River gekommen sind. Das Konzert war somit ein richtiges Event für die ganze Gegend.
Die Vorband war irgendwie seltsam. Viel Trompete und ohne Gesang und irgendwie nicht sonderlich mitreissend. Der Hauptgig von der Band “Salmonella Dub” war dann schon viel schneller vom Beat her, aber halt nicht mit Seeed vergleichbar. (Hier gäb es eine Hörprobe von Salmonella Dub: http://www.salmonelladub.com/main.html).
Für uns am interessantesten war eh das Beobachten der Leute. Viele Surfertypen, aber irgendwie versandelt, die Mädels alle eher leicht bekleidet mit irrsinnig hohen Stöckelschuhen. Man konnte auch das britische Erbe in den Gesichtern der Leute erkennen, weil irgendwie haben die Briten ja eine eigene Kopf- und Gesichtsform.
Eigenartig war für uns auch, dass das Rauchen erlaubt war und wir an verrauchte Lokale schon gar nicht mehr gewöhnt sind. In Pubs ist rauchen generell erlaubt, aber wir sind nicht so oft in Pubs, wo so viele rauchen.
Mühsam war auch, dass der Boden im Pub ein Teppich war und man daher bei jedem Schritt picken geblieben ist, weil irgendwer sein Getränk ausgeschüttet hat.
Wir haben es jedoch trotzdem sehr genossen, auf einem “Konzert” gewesen zu sein.
Die Beschreibung unseres Kurztrips besteht aus 6 Artikeln:
- Kurztrip in den Südwesten von Westaustralien
- Yallingup Lodge - unser kuscheliges Hotel
- Wineries in der Margaret River Region
- Bier aus der Weinregion von Margaret River
- Ngilgi Cave - Höhlentour
- » Pub Konzert in Dunsborough
Ngilgi Cave - Höhlentour (5)
Die Margaret River Region ist nicht nur für ihre Weine bekannt, sondern auch für ihre große Anzahl an Tropfsteinhöhlen.
Es gibt ungefähr 350 Höhlen in der Gegend, wovon 4 für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Wir haben die Ngilgi Höhle besucht, die in der Nähe von Yallingup liegt.
Jede halbe Stunde beginnt eine Tour, wobei einem der Tour Guide eigentlich nur zur Höhle führt und einem ein bisschen über die Geschichte erzählt. Dann ist man auf sich alleine gestellt und geht alleine durch die Höhle. Es gibt einen einstündigen Rundgang durch die Höhle, auf in die Höhle gebauten Stufen. Und es gibt sehr sehr viele Stufen!
Man sollte daher keine Probleme mit dem Stiegensteigen haben und nicht allzu gut gepolstert um die Mitte sein, da es manchmal richtig eng werden kann. Die Stalagtiten und -miten sind sehr schön beleuchtet und es gibt auch immer Hinweistafeln, wo man genauer hinschauen sollte. Es hat angenehme 18 Grad bei einer Luftfeuchigkeit von 95%. Es wird einem ganz schön warm da drinnen.
Wir sind vermutlich nicht die Richtigen, um für solche Höhlen total ins Schwärmen zu verfallen. Diese Höhlen schauen alle irgendwie gleich aus. So einen Höhlentour ist aber vor allem bei so einem Sauwetter, wie wir es hatten, eine gute touristische Alternative, da es in der Höhle bei weitem wärmer war als draussen und vor allem windstill.
Die Beschreibung unseres Kurztrips besteht aus 6 Artikeln:
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- Bier aus der Weinregion von Margaret River
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Bier aus der Weinregion von Margaret River (4)
Die gesamte Margaret River Region ist dem Weinbau gewidmet. Hat man dann einmal Lust auf ein Bier, gibt es dafür zwei kleine Bierbrauereien.
Die erste Brauerei, die Bootleg Brewery, die wir besucht haben, liegt genauso malerisch wie die anderen Weingüter inmitten eines großen Grundstücks an einem kleinen Teich. Der Slogan der Brauerei ist: “Eine Bieroase inmitten der Weinwüste”.
Witzigerweise schaut diese Brauerei ähnlich aus wie ein Heurigen bei uns. Nur mit dem anglophilen Unterschied, dass man sich das Bier von der Schank holen muss. Die Bootleg Brewery stellt eigene Biere her und diese kann man in kleinen - ungefähr pfiffmäßigen Gläsern - testen, allerdings muss man diese - anders als bei Weinverkostungen - bezahlen.
6 Biere gibt es zum Kosten:
- Wils Pils
- Amber Light
- Settler’s Pale
- Raging Bull
- Tom Brown’s Ale
- Sou’ West Wheat
Die Biere sind alle ohne Konservierungsmittel hergestellt und haben schon einige Preise gewonnen. Ausserdem kann man durch Schaufenster, den Bierbrauern bei der Arbeit zu sehen.
Mike als Tester sagt zu den Bieren: “Das Wils Pils war der klare Testsieger für mich, weil es nach Bier schmeckt. Die anderen sind interessant, aber nicht wirklich zum öfter Trinken.”
Wir haben dann die zweite Brauerei, die Wicked Ale Brewery, besucht (das war nicht schwer, da sie zwei Gehminuten von unserer Pension, der Yallingup Lodge, entfernt ist). Das ist eine wirklich wuzi kleine Brauerei mit sehr experimentellen Bieren und Weinmischgetränken.
Mike hat folgende Biere getestet:
- Yallingup Old
- Wheat Beer
- Chilli Beer
- Bad Frog Citrus Beer
- Chocolate Beer
- Lavender Beer
Anmerkung: Im Schokobier ist keine Schokolade drin, es ist nur sehr dunkel und süß. Im Chillibier ist Chilli drin, sowie im Lavendelbier Lavendel drin ist.
Mike’s Testergebnisse: “Die Biere sind extrem gewöhnungsbedürftig und schmecken alle nicht nach Bier. Die meisten sind übertrieben süß. Das Wheatbier ist nach einigen Bieren zumindest trinkbar.”
Barbara hat folgende Weinmischgetränke getestet:
- Ginger Beer
- Passionfruit Beer
- Mango Madness
- Scream’n Cream’n
Barbara’s Testergebnisse: “Ginger Beer war noch nie meins, ich mag den starken Ingwergeschmack nicht. Das Scream’n Cream’n schmeckt nach Himbeerkracherl. Mein Testsieger ist das Passionfruit Beer, obwohl es in einer neongrünen Farbe daher kommt. Es ist sehr erfrischend und sehr gefährlich, da man den Alkoholgehalt von 4,5 Vol% überhaupt nicht schmeckt.”
Die Brauereien sind sehr gut besucht und will man in der Bootleg Brewery etwas essen, dann sollte man auf alle Fälle vorbestellen. Wir waren zweimal dort (und das unter der Woche) und jedes Mal waren fast alle Tische besetzt. Ich persönlich glaube ja, dass das an der Heurigenatmosphäre liegt, es ist einfach gemütlich dort. Und vermutlich an dem riesigen Kinderspielplatz, der den Eltern ein bisschen Ruhe beim Biertrinken gönnt.
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Wineries in der Margaret River Region (3)
Der Südwesten von Westaustralien ist für seine sehr guten Weine bekannt. Die Weinregion heisst Margaret River und hat eine Menge riesiger Weingüter. Und ich meine wirklich riesig. Das ganze ist schon mehr eine Weinindustrie und den großen Weingütern geht es sicher nicht schlecht nach den herrschaftlichen Villen zu urteilen, die es da so gibt.
Das einzige was fehlt sind Heurigen. So was gibt es nämlich nicht. Dafür sind die Wineries von 10 bis 5 geöffnet und bieten Weinverkostungen an.
Das Ganze läuft folgendermaßen ab: Man sucht sich eine Winery aus, geht in deren Verkaufsraum, dort warten schon nette Ausschankhilfen, und man testet 5 verschiedene Weine in weiss und in rot. Eine Testrunde macht soviel aus wie ein Glas Wein. Das Beste ist, dass man dafür nichts bezahlt. Wenn einem ein Wein schmeckt, kauft man sich eine Flasche und wenn nicht, dann nicht.
Wir haben uns 4 Wineries angeschaut und natürlich auch brav Wein eingekauft. Die haben wirklich fantastisch guten Wein. Ausserdem werden die Weine in total hübschen Schachteln verpackt. Da hat man nicht nur etwas für den Gaumen, sondern auch etwas für’s Auge.
Was wir an den Wineries witzig gefunden haben ist, dass man bei jeder Winery auch Merchandise Produkte kaufen hätte können. Von T-Shirts, über Kapperl bis zu Bikinis, alles mit dem jeweiligen Weinlogo drauf. Stell dir das mal bei unseren Heurigen vor. Da hast du dann “Zur Reblaus” auf deinem Bikinioberteil stehen!
Hier sind die 4 Wineries, die wir besucht haben
- Vasse Felix - einer der größten, wenn nicht die größte Winery in der Margaret River Region
- Mad Fish - auch eine sehr bekannte Winery in Westaustralien
- Palandri - auch eine der großen Wineries
- We’re - eine noch junge und daher kleine Winery, mit einem fantastischen Chiraz
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Yallingup Lodge - unser kuscheliges Hotel (2)
Wir haben uns für unseren romantischen Kurzurlaub die Yalligup Lodge in der Nähe von Dunsborogh in Westaustralien ausgesucht.
Die Yallingup Lodge ist eher als Pension zu bezeichnen, da es gerade mal 5 Zimmer gibt. Um die Pension zu erreichen, biegt man von der Cave Road, der Hauptstraße in der Region, kurz nach Dunsborough ab und fährt ca. 500 Meter durch den Wald. Auf einer kleinen Anhöhe liegt dann diese schnuckelige Pension inmitten von riesigen Bäumen und Wildblumen. Es gibt einen recht großen Swimmingpool, um den wir aber einen großen Bogen gemacht haben, da das Wasser mit 16 bis 18 Grad nichts für uns ist. Weiters gäbe es eine gut ausgestattete Kraftkammer, aber um die haben wir noch einen größeren Bogen gemacht.
Wie bereits erwähnt hat die Pension grad mal 5 Suiten, die alle nach Weinsorten benannt sind. Unsere Suite war die Shiraz Suite. Als Gastgeschenk erhält man dann auch eine Flasche Wein. Die Zimmer sind gemütlich eingerichtet mit sehr viel Holz und es gibt für die Jahreszeit angepasst, einen Heizer und eine Heizdecke. Ich habe mir ja nie vorstellen können, wie angenehm so was ist. Man geht ins Bett und es ist bereits schön warm. Sehr angenehm!
Aber der eigentliche Grund, warum wir die Yallingup Lodge gebucht haben, ist der große Whirlpool am Balkon. Jawohl, am Balkon. Das ganze ist überdacht und mit vielen hohen Pflanzen vor neugierigen Blicken geschützt. Nicht das da viele Leute spazieren würden, aber trotzdem.
Wir haben jeden Abend ca. 2 bis 3 Stunden in der Sprudelwanne bei Kerzenschein verbracht. Draussen war es kalt, und es hat geschüttet, aber wir haben unser heisses Schaumbad bei einer Flasche Wein und zur Feier des Tages bei einer Dose Ottakringer, die Mike für die besondere Gelegenheit aufgehoben hat, genossen.
In der Pension gab es auch eine Lounge, also eine Art Wohnzimmer mit Kamin, in der für die Gäste jeden Abend ein Glas sehr guter Portwein und ein Stück Konfekt bereitgestellt war. Die Gastleute selber waren sehr nett und ein bisschen alternativ angehaucht. Es war also eine sehr entspannte Atmosphäre.
Eher ungewöhnlich für Australien war im Zimmerpreis ein Frühstück inkludiert. Normalerweise fahren Australier eher in Appartments auf Urlaub und da ist natürlich Selbstversorgung angesagt. Aber auch in Hotels ist es nicht unbedingt üblich Frühstück anzubieten. Wir haben unser Frühstück auf einer überdachten Veranda eingenommen, mit einem Aussengasheizer gleich neben uns und Aussicht über die Baumwipfel. Der einzige Wehrmutstropfen war, dass Frühstück nur bis halb 10 serviert wurde, aber ich hab das Aufstehen überlebt.
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Kurztrip in den Südwesten von Westaustralien (1)
Um unseren fünften Hochzeitstag zu feiern, haben wir uns entschlossen, einen romantischen Kurzurlaub zu machen. Für vier Tage und drei Nächte sind wir in den Süden oder genauer in den Südwesten von Westaustralien in die Margaret River Weinregion gefahren und haben es uns in einem schnuckeligen Hotel mit Whirlpool am Balkon gutgehen lassen.
Wir sind am Montag am Vormittag Richtung Süden los gefahren, zum ersten Mal seit langem war es richtig warm und frühlingshaft. Unser Ziel war die Yallingup Lodge, ein kleines Hotel oder eher eine Art Pension, 4km von der Ortschaft Dunsborough entfernt.
Ansich ist Dunsborough nicht mal 300km von Perth entfernt. Da es aber keine Autobahn gibt, sondern nur Freilandstrassen, sogenannte Highways, auf denen man streckenweise 110 km/h fahren darf, hat die ganze Fahrt fast 4,5 Stunden gedauert. Die meisten Autofahrer fahren auch wirklich nicht schneller, als die erlaubte Geschwindigkeit. Das mag aber daran liegen, dass am Sonntag davor der Geburtstag der britischen Queen gefeiert wurde (erinnert Euch, nur in Westaustralien wird der Geburtstag der Queen im September gefeiert, überall anders im Juni) und daher aufgrund der australischen Feiertagsregelung am Montag auch frei war. Die Polizei zieht an Feiertagen bei Verkehrsübertretungen gerne die doppelte Anzahl an Führerscheinpunkten ab.
So sind wir halt auch brav mit all den anderen auf einem der zwei Highways, die in den Süden führen, dahingezukelt. Unser Auto hat Gott sei Dank einen Tempomat, was in Australien sehr zu empfehlen ist, da die Straße von Perth in den Süden fast schnurgerade ist und Biegungen oder Kurven so gut wie fast nie vorkommen. Der Highway ist bis Bunbury (die zweitgrößte Stadt nach Perth in Westaustralien) sehr gut ausgebaut, will heissen, dass es in jede Richtung zwei Spuren gibt und die Trassen nicht unmittelbar nebeneinander geführt werden. Man sieht die Gegenverkehrsfahrbahn oft gar nicht. Man fühlt sich da wie auf der Autobahn, aber es ist halt keine.
Um sich die Weite von Australien ein bisschen besser vorstellen zu können. Es gibt nicht wahnsinnig viele Orte in Westaustralien, obwohl der Südwesten von Westaustralien im Gegensatz zu anderern Gebieten als sehr dicht besiedelt bezeichnet werden kann. Ich kann euch die “größeren” Orte alle nennen, wobei größer nicht im österreichischen Sinne verstanden werden darf. Beispielsweise ist Bunbury, wie gesagt die zweitgrößte Stadt nach Perth, eine liebe Kleinstadt, ungefähr mit Baden bei Wien zu vergleichen. Zwischen den Orten gibt es meist nur Wald, Wiesen und Weingärten und sonst nichts und es gibt mehr oder weniger genau eine Straße, an der alle Orte aufgefadelt liegen.
Dunsborough selber ist ein lieber kleiner Ort, mit 4000 Einwohnern. Das Ortszentrum ist rund um einen verkehrsberuhigten Kreisverkehr gebaut, umgeben von vielen kleinen Souvenierläden. Es gibt ein Pub, ein paar Bankfilialen ohne Bankomaten und einen riesigen Supermarkt.
Der nächste Ort nach Dunsborough ist Yallingup, eine Ortschaft, die nur eine Zufahrtstraße hat und die ist quasi eine Sackgasse. Yallingup liegt inmitten des Leeuwin-Naturaliste Nationalparks. Die Küste ist atemberaubend schön.
Hier könnt Ihr eine Karte vom Südwesten Westaustraliens sehen und eine bisschen größere Karte von der Margaret River Weinregion
Die Beschreibung unseres Kurztrips besteht aus 6 Artikeln:
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