9 November, 2005

Australische Damenmode

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Wie bereits berichtet, macht Shopping in Australien nicht ganz so viel Spaß, weil man entweder alleine oder nur mit weiblicher Begleitung in die Umkleidekabinen darf. Männer haben dort nichts verloren und will man ein Stück von seinem Mann begutachten lassen, muss man ins Geschäft hinaus. Nicht ganz so meine Sache.

Abgesehen davon finde ich die Mode hier in Australien gelinde gesagt gewöhnungsbedürftig. Auf der anderen Seite weiss ich nicht, was gerade in Österreich modern ist, vielleicht gibt es ja die selben Sachen.

rosa_girls.jpgDie 80er Jahre Mode ist hier modern wie eh und je. Entweder ist es ein totales Revival oder sie sind in den 80er Jahren stecken geblieben. Alles glitzert und rüscht, Nieten- und sonstige Gürtel zieren schlanke und nicht so schlanke Hüften, Röcke haben viele Volants und sind prinzipiell unten ausgestellt, Shirts sind überlang und werden über abgeschnittene Strumpfhosen getragen - und alles ist in türkis und pink. Ich erkenne relativ oft Sachen, die ich als kleines Mädchen in den 80ern angehabt habe und es schaudert mich jedesmal!

Neben dem 80er Retroschick kann man die australische Mode auch als sehr knapp bezeichnen. Röcke gehen eher als breite Gürtel durch und die Tops sind sehr knapp. Die Figur, die die Mädls hier haben, spielt dabei aber eher eine sekundäre Rolle - Hauptsache kurz.

Schuhe sind auch so eine Sache. Man hat drei Möglichkeiten: Flipflops, Uggboots oder irrsinnig hohe Stöckelschuhe. Flipflops sind ja ok, obwohl ich sie nicht überaus bequem empfinde. Uggboots sind schafspelzgefütterten Stiefel, meistens in pink und die Mädls lieben es diese Sommer(!) wie Winter zu super kurzen Röcken anzuziehen. Und Stöckelschuhe. Die sind irre hoch und in allen möglichen Farben zu haben. Da ja pink und türkis die 80er Jahre Mode dominieren, gibt es auch die passenden rosa und türkisen Highheels.

Ich kann nur sagen, ich hatte in den 80er Jahren genug von der 80 Jahre Mode, ich brauch die nicht nochmal. Aber das ist nur meine ganz persönliche Meinung.

Etwas Gutes hat es aber auch, ich gehe sehr selten shoppen und ich gehe noch viel seltener shoppen und finde auch etwas, das mir gefällt. Somit kann ich nicht so viel Geld für’s Gewand ausgeben. Mike is pleased.

Aufruhr in der Umkleidekabine

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Letztens haben Mike und ich fast einen Aufruhr in der Umkleidekabine eines Kaufhauses verursacht.

Ich wollte einen neuen BH kaufen und so sind wir in ein großes Kaufhaus names David Jones in die Unterwäscheabteilung gegangen. Da der BH ja nicht nur mir gefallen soll, ist Mike selbstverständlich mitgekommen. Unterwäsche ist so ca. das einzige, wo Mike ohne Murren mit mir einkaufen geht.

Die Unterwäscheabteilung im David Jones ist wunderbar groß und die Auswahl daher riesig. Wir haben also ungefähr 10 BHs ausgesucht und wollten jetzt in die Umkleidekabine damit.

Die Umkleidekabinen in Australien sind an und für sich sehr luxuriös. Das soll heißen, sie sind sehr geräumig, haben eine richtige Tür und sind oft sogar zum Zusperren.

Da passt uns eine Verkäuferin ab, schaut Mike sehr misstrauisch an und meint, naja, die näherste Kabine zum Eingang ist eh frei, da können wir rein. Wir sind also in der Kabine, wie gesagt mit einer richtigen Tür, und ich habe nach der Reihe die BHs probiert. Bei dem einen hat die Größe nicht gepasst, daher habe ich Mike hinausgeschickt, um die andere Größe zu holen.

Na bumm. Die Verkäuferin, diesmal eine andere, hat den armen Mike angepfaucht, was er sich denn dabei denkt, in die Damenkabine zu gehen. Mike war sprachlos. Nachdem er ihr den BH unter die Nase gehalten hat und ihr erklärt hat, dass er mir nur den BH bringen wollte, hat sie ihn gnadenhalber zu mir rein gelassen und uns erklärt, dass er eigentlich hier nichts verloren hat, aber bitte, diesmal ist es noch ok und er soll halt in der Kabine bleiben und nicht hin und her gehen. Die Begründung dafür war, damit sich die anderen Damen nicht belästigt fühlen!!!!

Wir waren so überrascht und haben daraufhin einen Lachanfall, wohlweislich in der verschlossenen Kabine, gekriegt. Wir haben dann ziemlich schnell einen BH ausgesucht und sind zur Kasse. Die Verkäuferin war ziemlich unwirsch mit uns und war sichtlich froh, dass Mike aus der Unterwäscheabteilung verschwindet.

Wir dachten zuerst, das war ein Einzelfall, aber als wir dann weiter shoppen waren, Mike war guter Laune, haben wir bemerkt, dass Männer prinzipiell vor den Umkleidekabinen warten und ihre Frauen hinaus ins Geschäft kommen müssen, um begutachtet zu werden. Na ich kann das leiden! Nicht jedes Stück, dass man probiert, ist für die Augen anderer geeignet. Brauch ich das, dass alle sehen, dass das T-Shirt spannt oder die Hose einen großen Hintern macht?

Männer in Frauenumkleidekabinen sind offensichtlich ein echtes No-No hier in Australien. Ich weiss nicht, ich habe mich in Österreich noch nie belästigt gefühlt, wenn ein Mann mit seiner Frau in der Nachbarkabine war. Aber es stört bei uns ja auch keinen, wenn man oben ohne am Strand liegt, dass ist ein weiters absolutes No-No in Australien.

Sie sind halt ein bisserl prüde, die Australier. Ich finde es halt schon mühsam, dass ich mit Mike nicht wirklich shoppen gehen kann, und es mir hier an einer weiblichen Begleitung fehlt und ich alleine shoppen nicht so lustig finde.

Hinten anstellen!

Etwas dass uns immer wieder verwundert ist das Bedürfnis der Australier sich irgendwo anzustellen. Sei es im Supermarkt an der Kasse, vor dem Klo oder vor einem Lokal. Egal wie lang die Schlange ist. Der durchschnittliche Australier stellt sich ohne zu murren hinten an.

Das wäre ja ansich ziemlich löblich. Mit Schrecken denke ich an meine Bankfiliale in Österreich, bei der die lieben Wiener Bankkunden das sich-in-einer-Reihe anstellen einfach nicht begreifen wollen, sondern lieber in einer Traube rund um den Schalter stehen, damit sie sich gegebenfalls vordrängen können.

Allerdings geht uns das hier in Australien ein bisschen zu weit. Es scheint hier fast so, als denken sich die Australier, da ist eine Schlange, da stell ich mich auch mal an - egal warum ich mich eigentlich anstelle.

Vor allem beim Fortgehen rechnen Australier schon einmal im vorhinein damit, dass sie sich für einen Lokalbesuch vorher sicher mindestens 20 Minuten anstellen müssen, um in das Lokal überhaupt hineinzukommen. Nun verstehe ich das ja, wenn man Eintritt zahlen muss. Das Abfertigen der Besucher dauert halt seine Zeit, sagen wir mal für einen Club oder eine Disco. Warum ich mich aber für ein stinknormales Lokal anstellen soll, entzieht sich meinem Verständnis.

Jedes Lokal ist hier prinzipiell mit Türlstehern ausgestattet, auch das Pub um’s Eck. Und fast jedes Lokal stellt am Samstagabend Absperrvorrichtungen auf, damit man sich schön anstellen kann. Da steht man dann, das Lokal halb leer, friert sich den A…. ab und der Türlsteher läßt einen dann, wenn man eine unbestimmte Zeit gewartet hat, rein.

Warum das so ist, hat mir noch keiner erklären können. Ich würde es ja verstehen, wenn die feuerpolizeiliche Besucherhöchstzahl erreicht ist und daher nur einer rein darf, wenn einer raus kommt. Aber das ist oft gar nicht der Fall. Man ist einfach der Willkür des Türlstehers ausgeliefert. Wenn ihm danach ist, darf man rein. Ahja, das einzige, das sie eigentlich überprüfen ist, ob man die richtigen Schuhe an hat, also keine Turnschuhe. Da sind sie äußerst heikel.

Das Anstellen auf dem Damenklo ist auch so eine Sache. Nicht einmal bin ich in einer super langen Schlange gestanden, Rekordlänge war auf einem Konzert, da war die Schlange ungelogen 30 Meter lang, und dann bin ich draufgekommen, dass mehr als eine Kabine frei war, weil sie sich lieber anstellen als nachzuschauen, ob alle Kabinen besetzt sind.