16 Januar, 2006

Stromatolithen

lakethetis.jpgWenn man die Pinnacles im Nambung National Park in Westaustralien besucht, kann man sich auch die ältesten Lebewesen der Welt anschauen. Dazu fährt man auf die Strasse von und zu Cervantes und folgt dem Hinweisschild.

Allerdings braucht man dazu einiges an Fantasie. Diese Lebewesen heißen Stromatolithen und leben im Lake Thetis. Das sind Mikroorganismen, die sich an Kalkstein anlegen und da von irgenwas leben. Sie wachsen sehr langsam und die im Lake Thetis sind 1200 Jahre alt.

Man hat 3,5 Millionen alte Stromatolithen-Fossilien gefunden, somit sind sie die die ältesten Lebewesen der Erde, die auch noch leben. Aber wie gesagt, man sieht eigenlich nur den See und ein paar Steine schimmern im Wasser und da sollen diese halt sein. Nicht wirklich aufregend.

Pinnacles

Am zweiten Weihnachtsfeiertag haben wir die Pinnacles besucht. Die Pinnacles sind eine der bekanntesten Natur-Sehenswürdigkeiten in Westaustralien (zumindest bei den Touristen, die Perthianer waren - wenn überhaupt - einmal in ihrer Kindheit dort). Die Pinnacles selbst sind tausende von kleinen bis riesigen Kalkstein Säulen, die aus dem unwirklich gelben Sand der Pinnacles Desert im Nambung National Park ragen.

pinnacles.jpgUm zu den Pinnacles zu gelangen, fährt man den Brand Highway von Perth aus ca. 3 Stunden in den Norden. Man sollte sich vor der Abfahrt genau erkundigen, wie man auf den Brand Highway kommt. Wir haben das nicht getan und sind einfach auf dem bei uns in der Nähe vorbeiführenden Mitchell Freeway gefahren, in der irrigen Annahme, dass wenn es schon eine Autobahn in den Norden gibt, dann muss die weiterführende Bundesstrasse wohl auch in den Norden führen. Nun, das ist nicht so. Wir sind vom Mitchell Freeway auf den Wanneroo Highway weitergefahren, der zwar ca. ein einhalb Stunden in den Norden führt, aber blöderweise genau nur nach Lancelin führt und sonst nirgends hin. Wir mussten daher einen ca. 40 km langen Umweg fahren, um auf den Brand Highway zu gelangen. Daher haben wir statt drei Stunden glatte vier einhalb Stunden zu den Pinnacles gebraucht.

lonelzstreet.jpgDie erste Stunde der Autofahrt ist noch aufregend. Busch wohin man schaut, aber nach einiger Zeit kann man der doch etwas öden Buschlandschaft nicht mehr viel abgewinnen. Außerdem ist das Autofahren auch ziemlich langweilig, weil man mit 110km/h schnurgerade in den Norden fährt. Kurven sind echte Highlights!

Irgendwann kommt dann ein Wegweiserschild zu den Pinnacles. Da biegt man 90 Grad von der Bundesstrasse ab und fährt dann wieder schnurgerade ziemlich lange durch den Busch, dann biegt man wieder 90 Grad ab und dann wieder gerade und wieder 90 Grad abbiegen und wieder gerade, bis man kurz vor der Ortschaft Cervantes in den Nationalpark abbiegen kann.

Apropos Cervantes. Cervantes ist ein kleines Kaff, mit “einer” (der besagten 90 Grad) Zufahrtsstrasse am Meer. Alle Strassen haben hochtrabende Namen wie Sevilla Road, Barcelona Promenade, Don Quichote Terrace, aber das Dorf hat maximalst 1000 Einwohner. Ich kann mir nur vorstellen, dass man entweder ein fanatischer Surfer ist oder dorthin strafversetzt worden ist. Da ist nämlich genau … Nichts. Und das einzige Pub, das sie dort haben, war zu wegen der Feiertage.

Kommt man also zu den Pinnacles, zahlt man 8 Dollar per Auto Eintritt. Wenn bei der Einfahrt kein Ranger positioniert ist, soll man die Eintrittsgebühr in eine Box werfen. Na, ob das funktioniert?

Wenn man gehfaul ist oder sonst wie nicht mobil, macht das gar nichts. Es gibt nämlich einen Rundweg durch die Pinnacles. Man fährt einbahnmäßig auf dem mit kleinen Pinnacles markierten Weg entlang. Alle paar Meter gibt es kleine Ausbuchtungen, wo man parken kann und sich halt dann doch bewegen muss. Man sollte die Pinnacles nicht angreifen, weil das Fett der Finger dem Kalkstein nicht gut tut. Das ist aber den meisten ziemlich wurscht.

pinnacle.jpgDas ganze Gebiet schaut aus wie eine gelbe Mondlandschaft. Die Säulen haben verschiedene Formen und Größen und schauen irgenwie total unwirklich aus.

Wir waren ca. 2 Stunden unterwegs, sind auf ein paar Hügel geklettert und haben die Sonne genossen. Man sollte aber auf alle Fälle etwas zu trinken mit haben, weil man dort nichts kaufen kann.

Die Pinnacles sind an sich sehr schön, aber wenn man nicht viel Zeit hat bei seinem Westaustralien Besuch, finden wir, dass es nicht eine Attraktion ist, die man sich unbedingt anschauen muss.

3 Januar, 2006

Sommer Wetter

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Hier kommt das Sommer-Wetter-Update aus Perth. Ihr werdet es kaum glauben, aber es ist wieder einmal notsohot in Perth.

Laut Wetterbericht im Fernsehen erlebte Perth 2005 den kältesten Dezember seit 83 Jahren! Die durchschnittliche Temperatur war um gute 6 Grad Celsius geringer als normal. Statt 30 Grad hatte es nur 23,6 Grad Celsius.

Außerdem war es einer der kältesten Silvesterabende seit Jahren, es hatte nämlich nur 12 Grad in der Nacht. Uns war also zum Jahreswechsel ziemlich huschi.

Aber das war nur in Perth so. In Melbourne, also an der Ostküste auf der anderen Seite des Kontinents, erlebten die Aussies den heißesten 31. Dezember seit 140 Jahren! Es hatte satte 42 Grad Celsius.

Es sag uns mal einer, warum es immer bei uns notsohot ist! Vielleicht sind ja wirklich wir Schuld, dass es heuer so kalt ist in Perth. :-)

Betriebskosten in Perth

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Wenn man vor hat, einige Zeit in Australien und im speziellen in Perth zu verbringen, sind die Betriebskosten interessant. Um sich ungefähr eine Vorstellung machen zu können, wieviel man hier für die Betriebskosten zu zahlen hat, haben wir hier unsere Erfahrungen aufgelistet.

Aus unserer Erfahrung können wir Folgendes berichten:

  • Miete: Grundsätzlich gilt, je weiter man von der City entfernt wohnt, umso günstiger kann man wohnen. So kann man ein ganzes Haus schon ab 200 AUD pro Fortnight mieten, nur ist man halt dabei sehr weit von der City entfernt (Fortnight bedeutet alle 2 Wochen. Das ist ein überaus gängiger Zahlungszeitraum, wir bekommen beispielsweise auch unser Gehalt alle 2 Wochen).
  • Gas: Prinzipiell ist es in Perth üblich einen Gasherd in der Küche zu haben. Da wir nicht wirklich kochen, ist unsere Gasrechnung vermutlich nicht die Norm. Wir bezahlen im Quartal ca. 12 AUD.
  • Wasser: Wir bezahlen im Halbjahr ca. 18 AUD für’s Wasser. Allerdings gibt es auch eine jährliche Gebühr, die aber anscheinend unser Landlord bezahlt, oder wir bekommen die Rechnung irgendwann einmal. Von unseren Kollegen, die eine Eigentumswohnung besitzen, können wir berichten, dass sie einmal im Jahr ca. 700 AUD bezahlen.
  • Strom: Wir bezahlen im Sommer weitaus weniger als im Winter, obwohl im Sommer die Klimaanlage läuft. Diesen Winter hatten wir einen kleinen elektrischen Superheizer, der aufgrund des ungewöhnlich kalten Winters dieses Jahr, jeden Abend ca. 6 Stunden und das ganze Wochenende durchgelaufen ist. Im Sommer haben wir rund 150 Dollar alle 2 Monate bezahlt, im Winter über das Doppelte. Unsere höchste Rechnung war 390 AUD. Wenn man nicht so verfroren ist wie wir und eventuell eine sparsamere Heizung hat, ist die Rechnung aber sicher nicht so hoch.

Weitere Kosten, die anfallen können:

  • Telefon: Wir haben eine Festnetzverbindung von Telstra (in etwa mit der Telekom zu vergleichen) und zahlen hier die Grundgebühr von ca. 28 AUD monatlich. Die eigentlichen Verbindungsentgelte bezahlen wir aber über unseren Internetprovider, da man bei diesen nach Wien nur heiße 2,5 AUD pro Stunde bezahlt.
  • Internet: Wir haben uns für iinet.net.au entschieden, da diese recht günstig sind und wegen den schon erwähnten supergünstigen Nachhausetelefonierkosten. Wir bezahlen 49 AUD pro Monat für’s Internet.
  • Krankenversicherung: Wir haben eine private Krankenversicherung für Oversea Visitors von HBF, die vor allem Unfälle abdeckt. Für zwei Personen im Quartal kostet diese 1170 AUD. Für Mehrleistungen, wie z.B. der Zahnarzt (der aus leidvoller Erfahrung ganz unverhofft doch gebraucht wird und pro Sitzung zwischen 300 bis 400 AUD kostet und sich damit die Versicherung auf alle Fälle ausgezahlt hätte) zahlt man entsprechend mehr.

Zur Info: 1 AUD = 0,6 Euro (natürlich gerundet)