9 November, 2005

Hinten anstellen!

Etwas dass uns immer wieder verwundert ist das Bedürfnis der Australier sich irgendwo anzustellen. Sei es im Supermarkt an der Kasse, vor dem Klo oder vor einem Lokal. Egal wie lang die Schlange ist. Der durchschnittliche Australier stellt sich ohne zu murren hinten an.

Das wäre ja ansich ziemlich löblich. Mit Schrecken denke ich an meine Bankfiliale in Österreich, bei der die lieben Wiener Bankkunden das sich-in-einer-Reihe anstellen einfach nicht begreifen wollen, sondern lieber in einer Traube rund um den Schalter stehen, damit sie sich gegebenfalls vordrängen können.

Allerdings geht uns das hier in Australien ein bisschen zu weit. Es scheint hier fast so, als denken sich die Australier, da ist eine Schlange, da stell ich mich auch mal an - egal warum ich mich eigentlich anstelle.

Vor allem beim Fortgehen rechnen Australier schon einmal im vorhinein damit, dass sie sich für einen Lokalbesuch vorher sicher mindestens 20 Minuten anstellen müssen, um in das Lokal überhaupt hineinzukommen. Nun verstehe ich das ja, wenn man Eintritt zahlen muss. Das Abfertigen der Besucher dauert halt seine Zeit, sagen wir mal für einen Club oder eine Disco. Warum ich mich aber für ein stinknormales Lokal anstellen soll, entzieht sich meinem Verständnis.

Jedes Lokal ist hier prinzipiell mit Türlstehern ausgestattet, auch das Pub um’s Eck. Und fast jedes Lokal stellt am Samstagabend Absperrvorrichtungen auf, damit man sich schön anstellen kann. Da steht man dann, das Lokal halb leer, friert sich den A…. ab und der Türlsteher läßt einen dann, wenn man eine unbestimmte Zeit gewartet hat, rein.

Warum das so ist, hat mir noch keiner erklären können. Ich würde es ja verstehen, wenn die feuerpolizeiliche Besucherhöchstzahl erreicht ist und daher nur einer rein darf, wenn einer raus kommt. Aber das ist oft gar nicht der Fall. Man ist einfach der Willkür des Türlstehers ausgeliefert. Wenn ihm danach ist, darf man rein. Ahja, das einzige, das sie eigentlich überprüfen ist, ob man die richtigen Schuhe an hat, also keine Turnschuhe. Da sind sie äußerst heikel.

Das Anstellen auf dem Damenklo ist auch so eine Sache. Nicht einmal bin ich in einer super langen Schlange gestanden, Rekordlänge war auf einem Konzert, da war die Schlange ungelogen 30 Meter lang, und dann bin ich draufgekommen, dass mehr als eine Kabine frei war, weil sie sich lieber anstellen als nachzuschauen, ob alle Kabinen besetzt sind.

2 Kommentare »

  1. wie wären dann die Reaktionen, wenn Frau sich aufs Männerklo schleicht? … oder steht man da genauso lange an?

    Kommentar by Dina — 9 Dezember, 2005 @ 3:18 am

  2. Das komische Verhalten der Australier haben wohl die Einwanderer aus Großbritannien mitgebracht. Man sagt ja auch, dass sie sich brav angestellt haben und eher in Ruhe die U-Bahn verlassen haben, als der Terroranschlag war. Normalerweise sollten die Leute ja panisch reagieren. War hier wohl nicht der Fall( oder nicht so stark).

    Kommentar by Evi — 14 Februar, 2006 @ 1:45 am

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