21 März, 2006

Australisches Resumee

Unsere Zeit in Perth ist abgelaufen, wir kehren wieder nach Österreich zurück. Zwar gilt unser Visum noch für ein paar Jahre, aber unser Arbeitsvertrag sah vor, dass wir ein Jahr bleiben und jetzt sind wir eineinhalb Jahre geblieben.

Jetzt ist es wohl Zeit ein Resumee über unsere Zeit in Australien zu ziehen.

Am Anfang ist es uns, wie ihr ja in unseren Berichten, gelesen habt, nicht so leicht gefallen, uns an Australien zu gewöhnen. Unsere Vorstellungen und Erwartungen von Australien waren doch zu unterschiedlich vom “wahren” Australien. Wir haben uns eine Großstadt im europäischen Sinn vorgestellt, die denselben Rhythmus und Flair wie so eine hat. Wie waren wir erstaunt, dass Perth eigentlich eine Kleinstadt ist, die halt eine sehr große Ausdehnung hat. Wir konnten am Anfang mit den vielen kleinen Hausis in den vielen großen Suburbs so gar nichts anfangen und wie sehr haben sie uns am Schluss gefallen.

Alles war anders als erwartet. Das Wetter, das Essen, die Gepflogenheiten, die Australier, der Verkehr.

Ja, das Wetter. Das war eine der größten Enttäuschungen überhaupt. Wir sagen euch gleich, außer im Jänner und Februar ist nichts mit Hitze und warm. Zumindest war das so in den letzten 18 Monaten. Die Australier haben uns aber immer versichert, dass das Wetter so nicht normal ist und es eigentlich vieeelllll wärmer ist. Vor allem im Winter war es ziemlich kalt, weil die Häuser keine richtige Heizung haben. Aber auch im Sommer haben wir gefroren, da die Australier die Klimaanlage ein paar Grad niedriger einstellen, als dass es für einen Mitteleuropäer angenehm wäre. Ehrlich gesagt, haben wir das meiste im Sommer im Büro gefroren, da den Australiern immer so heiß war :-)

Das Essen ist natürlich auch anders und schmeckt auch anders. Wir haben z.B. das Wurst essen in Australien bald aufgegeben. Pink gefärbte Würstel ohne Geschmack sind nicht so unsere Sache. Auch dass alles immer fettfrei sein muss, ist gewöhnungsbedürftig. Fettfrei heißt ja auch immer irgendwie geschmackfrei. Essen gehen kann man dafür gut in Perth, obwohl die Preise dafür nicht immer günstig sind. Und wir haben das beste Kebab der Welt kennengelernt. Das findet man bei Altos auf der Rokeby Road in Subiaco - Kebab mit allem drum und dran, also Lammfleisch, alle Salate, Zwiebel, Ei, Käse und Chilli Sauce. Ansich sind die Kebabs in Australien eher so wie Gyros, also nicht mit Weckerl, sondern mit einer Art Pita Bread, aber sooooooo lecker!!!!!!!!!!!!!!

Woran wir uns im positiven Sinn gewöhnen mussten, ist, dass die Australier einfach super freundlich und hilfsbereit sind. Wir haben kein einziges Mal etwas Blödes gehört, dass wir Ausländer sind und alle haben unser anfängliches Englisch Gestammel freundlichst ertragen. Mir fallen nur zwei nicht allzu freundliche Leute ein und das war einerseits die Bankbeamtin in Leederville, die war zwar nicht wirklich unfreundlich, aber sehr hantig und der Trafikant in Leederville, der wie ein typisch grantiger Wiener Trafikant ausgeschaut hat und weder Muh noch Mäh sagen kann, wenn man sich seine Zeitung holt. Aber das war’s auch schon.

An den Verkehr in Perth konnten wir uns nur langsam gewöhnen. Da die Perthianer nur doppelspurige breite Strassen gewöhnt sind, schauen sie mal pinzipiell nicht in den Rückspiegel und schleichen mit ihren Automatikautos dahin. Wir wissen auf alle Fälle jetzt, dass wir KEIN Automatikauto mehr wollen, wir wollen die Gänge rein knallen und überholen können, wenn uns danach ist.

Wir haben in den letzten 18 Monaten unheimlich viel gelernt. Nicht nur jobmäßig, sondern vor allem persönlich. Wir mussten unsere Einstellungen und Erwartungen ändern, haben unsere Grenzen kennengelernt und wissen jetzt viel mehr was uns im Leben wichtig ist. Wir haben auch unsere Beziehung vertieft und gelernt, dass man an einem Strang ziehen muss und nicht alles alleine schaffen muss.

Wir bereuen nicht ein kleinstes Bisschen, dass wir uns auf das Abenteuer Australien eingelassen haben!

Es gibt noch so viel über Australien zu berichten, wo wir noch nicht die Zeit gefunden haben, darüber zu schreiben. Also keine Sorge, unser Repertoire über australische Eigenheiten ist noch lange nicht erschöpft und wir werden nach und nach alles aufschreiben, was uns noch so einfällt. Außerdem werden wir über unsere “neuen” Erfahrungen im alten Österreich berichten. Die österreichischen Eigenheiten sind sicher genauso spannend/eigen/seltsam wie die australischen.

8 Kommentare »

  1. Liebe (Teilzeit) Auswanderer.
    Durch Zufall bin ich beim Surfen auf eure Seite gestoßen und muss leider sagen, dass ich von euren Ansichten und Kommentaren mehr als enttäuscht bin.
    Engstirniger und voreingenommener kann man sich nicht geben als ihr. Alles wird mit einer Stadt wie z.B. Wien verglichen (hallo, Wien ist Europa, tausend Jahre alt, Perth dagegen australisch und gerade mal im 3. Jahrhundert).
    Warum sollte man ein Hochhaus bauen, wenn man genug Platz hat? Warum soll alles so sein wie ihr es gewohnt seid? Menschen wie ihr, die anscheinend arge Probleme haben aus ihrer gewohnten Umgebung auszutreten, sollten es lassen.
    Ich selbst war ebenfalls ein Jahr in WA und habe mich in keinster Weise an die 80er Jahre erinnert gefühlt(Als in Hamburg (D) Aufgewachsener auch kein Dorfkind). Warum habt ihr nicht einfach den Toploader aus den 80ern gegen ein neues Gerät ersetzt und ähnliche Sachen fielen mir ein. In Wien heizt man zum Teil noch mit Kohle könnte ein Gast sagen, der in ebenso einer Wohnung lebt, das ist ja wie im 18. Jahrhundert.
    Wer sein Heimatland verlässt und sich dem Neuen stellt, der sollte auch in der Lage sein differenziert zu Werke zu gehen und nicht nur ein offenes Herz, sondern auch eine offene Gesinnung zu haben. Jedes Land hat für den Außenstehenden Sonderheiten, die man als nicht Einheimischer kaum verstehen kann, deshalb sollte man es tunlichst lassen sie zu bewerten.
    Kaum ein Bericht auf Eurer Seite ist positiv.. alles wird bemängelt wie von einem nörgeligen Kind. Wer ein Land wie Australien mit europäischen Gewohnheiten bewertet ist kulturell einfach insuffizient und sollte wie ihr es nun auch getan habt einfach zu Hause bleiben und die Unterschiedlichkeit der Welt ignorieren.
    Australien vermisst euch sicher nicht.

    mfg Marcus

    Kommentar by Marcus Yalman — 18 Juni, 2006 @ 6:31 am

  2. lieber markus,

    über leute zu richten, die man nicht kennt, ist allerdings auch nicht der hit.
    die beiträge sind meiner ansicht nach nicht permanent nörgelnd, sondern humoristisch “verarschend” geschrieben - und das ist bei uns in wien normal. und ich bin mir ganz sicher, dass ein paar leute in australien die 2 sehr wohl vermissen werden, auch wenn ICH sehr glücklich bin, dass sie wieder da sind!
    lg, ulla.

    Kommentar by ulla — 19 September, 2006 @ 1:55 am

  3. G’Day Marcus

    In deinem Kommentar kann ich erkennen das Du einer der Australien Fans bist der
    komme was es wolle Australien und alles was es mit sich bringt verteidigen
    möchte. Das ist gut, aber von einem journalistischen Punkt gesehen zeigt das
    eher deine naive Einstellung zu den wirklichen Tatsachen Australiens.

    Ich lebe seit nunmehr 20 Jahren in Australien, ich bin auch Wiener und ja ich
    habe auch eine Menge an Australien zu kritisieren und zu loben. Als Journalist
    ist das meine Aufgabe. Was ich aber seit vielen Jahren dick habe ist die
    unendliche Schleimerei der Wannabe Aussie Fans auf all ihren Webseiten die
    immer nur über alles gute und schöne in Australien heucheln. Grow up mate!
    Überall in der Welt gibt es gutes und schlechtes. Das Barbara und Mike den Mut
    hatten kritisch und objektiv an das Thema Australien und Auswandern
    heranzutreten zeigt nicht nur ein gewisses Maß an journalistischer Begabung
    sondern auch eine ganze Menge an Objektivität.

    Australien braucht Kritik wie nie je zuvor!
    In 1988 als ich hierher auswanderte waren die Australier freundliche
    selbstbewusste und Zukunftorientierte Menschen. Der unendliche Strom der Aussie
    Fans aus Europa begann Anfang der 90ziger und dieses “We love everything
    Australian” heucheln begann. In den vergangenen 12 Jahren verwandelten sich die
    Australier durch dieses unentwegte weltweite Schulternklopfen in Arrogante, von
    sich zu sehr Überzeugten „Ich Menschen“. Vermischt mit der
    Nationalistischen Politik der Extremrechtsorientierten John Howard Regierung
    hat das Land sein Goldenes Aussie Herz von früher schon lange verloren.

    Markus, Du tust deinem geliebten Australien nicht gutes, indem Du koste was es
    wolle alle Kritik unter dem Teppich kehrst und gleichzeitig versuchst ein
    buntes Bild zu mahlen. Denn genau das machen die Australier nun auch mit diesem
    modernen Nationalismus. Doch was wir dafür bekommen haben ist ein Australien
    das plant 25, ja das sind „fünfundzwanzig“ Atomkraftwerke zu bauen! Mehr
    als je zuvor Urhahnium in die Welt zu liefern, seit kurzen sogar an Russland.

    Gleichzeitig erleben Aboriginals des öfteren Niederlagen im Kampf für ihre
    Land- und ihre Menschenrechte und werden zunehmend schlechter behandelt.
    Auswanderer bekommen diesen falschen Nationalistischen Stolz als Rassismus zu
    spüren. Unter diesen Umständen wurden die Australier umerzogen alles
    Europäische zu meiden und Amerika zu lieben. Wir sind sogar in einem illegalen
    Krieg verwickelt und all das dank des Verhaltens ” We are the greatest and don’t
    criticize us.” Kritik und alle Kritiker wurden Mundtot gemacht und Du kannst mir
    glauben das ich weiß von was ich spreche als Auslandskorrespondent der
    deutschsprachigen Medien.

    Nur Menschen die Selbstkritik üben und auch vertragen, sind gewillt sich einer
    besseren Zukunft zu richten. Genau dafür bin ich den Autoren dieser Webseite
    dankbar. Für dich Markus wünsche ich mir das Du hoffentlich nicht vor hast
    nach Australien permanent Auszuwandern, den Schafe die nicht kritisieren und
    nur Bäh zu allem sagen hat dieses Land schon genug. Natürlich ist die
    Nationalistische Liberale Regierung sofort bereit Einwanderern wie dir die
    Aufenthaltbewilligung zu geben, den ewige Ja Sager, das ist was sie wollen.
    Jedoch für die Zukunft meiner Kinder und Australiens ist es wichtig das diese
    Heuchelein ein ende haben und Konstruktive Kritik wieder ein Fokuspunkt in Down
    Under werden.

    Best regards
    Bill Hauber
    Manager - Publisher

    Austr@alien Mag@zine
    GLANN - German Language
    Australian News Network
    —————————————————–
    Member of the AJA & the IFJ
    Australian Journalism Association
    International Federation of Journalists
    ÖJC- Austrian Journalist Club
    —————————————-
    http://www.ausmag.com.au
    —————————————-
    Die Woche in Australien
    The Week in Australia
    German Language Newspaper weekly since 1957
    http://www.woche.com.au
    —————————————-
    Austr -ian -alien Contacts Inc.
    PO Box 1181
    Airlie Beach QLD 4802
    Whitsundays Queensland Australia

    Kommentar by Bill Hauber — 17 September, 2007 @ 1:30 am

  4. Danke Bill!

    Wir sind ja so froh, endlich Mal eine Stimme zu hören, die uns zustimmt.

    Nicht alles in Australien ist so toll, nur weil es “Australian Owned” ist.

    Jetzt wo wir über ein Jahr wieder in Wien Leben und uns erneut von einem riesigen Kulturschock erholt haben, können wir die Mentalität und den Stolz der Australier besser verstehen.

    Eigentlich müssten wir jetzt einen neuen Blog schreiben, wo wir über die Unzufriedenheit, Intoleranz und Unfreundlichkeit der Wiener schreiben!

    Denn wer kann sich zum Beispiel daran erinnern zuletzt eine nette und freundliche Kassiererin oder Kassier getroffen zu haben?

    Unterm Strich können wir jetzt sagen, dass wir Australien schon vermissen. Ob zum Arbeiten, zum Leben oder einfach nur um Urlaub zu machen, wir wollen auf alle Fälle wieder nach Australien.

    Liebe Grüsse,
    Mike und Barbara

    Kommentar by Mike — 18 September, 2007 @ 4:41 am

  5. Hallo,
    durch “Reisebine” hierhergeleitet beschreiben Eure Erlebnisse gleichzeitig die unsrigen!
    Angefangen mit dem Buch “Fruehstueck mit Kangaroos” von Bill Brysen bis hin zu Eurem Resumee.
    Wir sind seit 2006 hier und werden zum naechsten Jahr wohl wieder in Baden Wuerstchenberg anzutreffen sein.

    Somit werde ich mich von dem Gedanken verabschieden meinen eigenen Blog oder HP oder gar Buch zu veranlassen. Ist ja schon alles festgehalten- wie schoen!

    Zum Beitrag von Marcus Y. wurde ja schon alles gesagt was gesagt werden muss!
    Was er betreibt ist die Aufforderung zur Gleichgueltigkeit oder auch zum Wegschauen, aber genug davon……
    Beifuegen moechte ich eigentlich nur noch, dass ich immer dachte nur meine seit knapp 50 Jahren in OZ lebenden und aus D stammenden Verwandten wie Tanten, Onlels, Neffen & Nichten seien so “anders” in ihrem Tun,Denken,Handeln und Verstehen! Aber NEIN- es sind 20 Millionen! Die so “anders” sind- That`s Aussie!

    Catch ya,
    MAX

    Kommentar by MAx — 14 Juli, 2008 @ 10:17 pm

  6. Hallo Barbara, hallo Mike,
    bin gerade durch Zufall auf eure Webseite gelangt und habe die letzten 1,5 Stunden eure Berichte gelesen. Es war einfach nur herrlich … ihr habt mir aus dem Herzen gesprochen.
    Ich lebe nun seit etwas mehr als 3 jahren in Perth und jeder einzelne Bericht ist als ob er aus meiner Feder stammen wuerde. Ich habe seit Monaten ueberlegt ein Buch zu schreiben ueber WA, denn es stimmt die Wiener sind anders, aber die Perthianer auch.
    Danke fuer die sehr unterhaltenden Seiten. Ich kann leider ueber vieles nicht mehr wirklich lachen hier. Manches schraenkt die persoenlich Freiheit doch zu sehr ei hier - und es wird immer mehr.
    Liebe Gruesse auch dem NotSoHot (um nicht zu sagen A…kalten Perth)
    Erika
    PS: die schoene Spinne mit dem grossen Netz ist eine Orb-Weaver-Spider - gibts auch in Europa unter den Namen Radnetz Spinne.

    Kommentar by Erika Buresch — 24 August, 2008 @ 6:34 am

  7. Hi Barbara und Mike,

    Nach einer langen Suche nach Berichten über das real life in Perth war ich dann doch erfolgreich. Schön, dass die Fakten mal geschildert werden. Hintergrund: Ich, 44 Bauingenieur, lebe mit meiner Frau und 2kids (3/7) im Süden der Niederlanden und arbeite in Aachen(Germany). Über einen damaligen Arbeitskollegen (absoluter OZ Fann und mittlerweile dort gesettled) war vor 12 Jahren 3 mal (summe ca. 3 Monate) in OZ (zwischen Darwin - Cairns und Sydney, Unterbringung immer bei Verwandte des ex-AK’s) und es hat mir einfach gut gefallen. Heute gesettled in der euregio Aachen mit all seiner Vielfaltigkeit, Möglichkeiten und andere Länder, Landschaften und Kulturen in praktikabeler Reichweite wird mir von einem Headhunter eine Stelle in Perth angeboten. Als niederländischer viel herum gereisster, mit einer Asiatischen Frau verheirateter Realist erscheint mir zumindest Perth vor dem geschilderten Hinterrund als (aüßerst) fragwürdig. FRAGEN: 1) wie sieht Ihr das? 2) Kennt Ihr vergleichbare Berichte von Eltern für Perth und/oder Raum Sydney?

    Vielen Dank im Voraus and keep on going with your real life information!

    John Schoonbrood

    Kommentar by John & Kannika — 5 November, 2008 @ 5:43 am

  8. Hallo Ihr zwei,

    danke für eure beiträge!!!!
    Sie haben mir schon gefallen, als ich noch in österreich war und jetzt, wo ich in Perth lebe, find ich sie noch amüsanter, weil sie so wahr sind!!
    Perth ist supa, aber alles gute hat eben zwei seiten, was auch gut ist, aber das lustigste ist diese herauszufinden. Bin jetzt seit 7 monaten zusammen mit einer freundin hier in Perth und es ist noch immer ein erlebnis die ganzen eigenheiten dieser stadt herauszufinden…

    Ich liebe diese stadt und ihre einwohner, aber ich vermisse österreich!

    also alles gute für die zukunft und schöne grüße aus dem nichtsoheißen Perth!
    Angelika

    Kommentar by Angelika — 10 Dezember, 2008 @ 8:06 am

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