18 September, 2005

Didgeridoo - Musikinstrument für jedermann/frau

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Zu meinem Geburtstag hat sich Barbara was ganz Besonderes für mich einfallen lassen. Sie hat mir einen Schnupperkurs für’s Didgeridoo-Spielen geschenkt. Der eineinhalb stündige Kurs wurde in einem Didgeridoo Laden in Fremantle, Perth Westaustralien abgehalten. Das Ziel dieses Kurses ist es, einem zu zeigen, wie man ein Didscheridoo spielt und wie man die verschiedensten Arten von Tönen produziert.

Wir waren eine kleine Gruppe von fünf Leuten. Für die, die kein Didgeridoo mitgebracht hatten, so wie wir, wurde eines zur Verfügung gestellt. Zuerst bekamen wir eine kleine Einführung in die Geschichte des Didges, so wird das Didgeridoo kurz genannt. Was wir besonders interessant fanden, ist die Tatsache, dass sich die größte Gemeinschaft von Didgeridoospielern nicht wie angenommen in Australien, sondern in Deutschland befindet.

Weiters fanden wir es sehr interessant, dass Didgeridoos überall auf der Welt gebaut werden, sowie zum Beispiel auch in Indien. Dort werden Didgeridoos aus Plastik hergestellt. Traditionellerweise werden Didges aus von Termiten ausgehöhlten Baumstämmen hergestellt. Der Didgebauer, oder auch “Didge Cutter” genannt, schneidet den entsprechenden Teil ab und verarbeitet das hohle Stück Holz zu einem Didgeridoo.

Ok, genug von der Geschichte und zurück zum Kurs. Vorweg möchte ich erwähnen, dass ich nie ein Musikinstrument erlernt habe und in dieser Beziehung als eher unmusikalisch eingestuft werden kann. Also, wir sitzen da mit unseren ausgeborgten Didgeridoos in diesem Geschäft auf einer bequemen Couch, umgeben von Didgeridoos in den verschiedensten Ausführungen und Grössen. Die richtige Umgebung für eine chillige Session.

Bevor man mit dem Didge zu spielen anfängt, sollte man ein paar Lockerungsübungen der Lippen machen. Wir sassen im Kreis und mussten a-e-i-o-u mit weit aufgerissenen Mund schreien. Das soll unter anderem auch das Zwerchfell lockern.

Der erste Ton, den wir produzierten, war der “Drone”. Dieser Ton ist ein tiefer brummender Grundton, der die Basis jeder Jam Session darstellt. Da jedes Didge und jedes Zwerchfell einzigartig ist, klingt der Drone bei jedem immer ein wenig anders. Nach einigen Versuchen hatten wir aber den Bogen relativ schnell heraus und konnten doch tatsächlich einen Ton blasen.

Als nächstes erklärte uns unser Lehrer, wie man verschiedene Töne spielt. Das Prinzip ist meist dasselbe: man nehme die Laute eines Tieres, z.B. Dingo oder Kookaburra (lauter australischer Riesenvogel) und versucht diese nachzuahmen. Beherrscht man dies ein wenig, verbindet man den Drone mit den Tierlauten in unterschiedlichen Sequenzen und schon hat man eine interessante Komposition. Ok, um ehrlich zu sein, bei unserem Lehrer hat das Ganze echt chillig geklungen und wir hätten ihm Stunden zuhören können. Bei uns war das eher ein Krampf. Aber wie heisst es so schön, “Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen”.

Um das Didge ohne Unterbrechung spielen zu können, ich meine, ohne abzusetzen um Luft zu holen, sollte man zirkulierend atmen können. Das heisst, während man mit dem Mund die Luft ausbläst, atmet man mit der Nase ein. Biologisch gesehen eigentlich unmöglich. Dies funktioniert aber mit einem kleinen Trick, indem man genügend Luftreserve in den Backen behält. Während man durch die Nase einatmet, wird durch das Auspressen der Luft im Mund der Ton am Leben erhalten. Wir haben das im Hof des Didgeridoogeschäfts mit Wasser geübt. Wir haben versucht, durch die Nase einzuatmen und gleichzeitig Wasser auszuspucken. Also, wir haben es nicht fertig gebracht. Spass beim Spucken hatten wir trotzdem.

Nach eineinhalb Stunden war der Kurs zu Ende und wir komplett geschafft. Soviel Luftzirkulation hatte uns ein wenig “dizzy” gemacht und unser Mund war komplett ausgelaugt. Die Backenmuskeln taten fast weh.

Fazit: Der Kurs hatte irrsinnig viel Spass gemacht und für dreissig Dollar hatten wir einen guten Einblick in das Spielen eines Didgeridoos erhalten. Mit ein wenig Geduld und Übung kann man binnen kürzester Zeit schöne Töne produzieren. Beim Üben sollte man jedoch auf die Nachbarn ein wenig Rücksicht nehmen. Ein leises Musikinstrument ist das Didge sicher nicht.

Hier findest Du die Addresse von dem Didgeridoogeschäft in Fremantle: www.didgeridoobreath.com
Falls Du wissen möchtest wie ein Kookaburra schreit, höre Dir ein Beispiel an: Kookaburra, the Laughing Jackasses of Australia
Hier kannst Du Dir dein eigenes Didgeridoo besorgen:
Das Fachgeschäft für australische Didgeridoos

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